Das Ding mit dem Bauchgefühl

Mittwoch, 21. September 2016

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Vor etwa einem Jahr habe ich begonnen in Gießen zu studieren.
Damals dachte ich, dass der Studeingang und das ganze drumherum, absolut das Richtige für mich ist.

Schnell hat sich aber herausgestellt, dass das überhaupt nicht meine Welt war. Der falsche Ort, die falsche Zeit und die falschen Menschen um mich herum.
Ich habe mich überhaupt nicht wohlgefühlt und jeden Tag gehofft, dass sich vielleicht Morgen etwas ändert..

Die Themen, mit denen sich der Studiengang befasst, haben mich total interessiert und die Vorlesungen waren alle super interessant und informativ. Trotzdem habe ich in das Ganze nicht reingepasst. Die Art wie alles von statten ging, hat mir aubsolut nicht zugesagt.
Ich habe dort viele Meschen kennengelernt, hatte auch immer einen Sitznachbarn, einen netten Partner bei Gruppenarbeiten, Jemanden dem ich Privates erzählen konnte und 'meine Leute' mit denen ich die viel zu vielen Freistunden verbracht habe.

.. aber trotzdem habe ich mich auch nach einiger Zeit immernoch fremd und unwohl gefühlt. Dazu beigetragen hat sicher auch, dass der Studiengang noch sehr 'jung' ist, und viele Studierende vor der Frage standen: Und was bin ich, wenn ich fertig bin?
Mir hat sich die Frage bis heute nicht richtig beantwortet, wegwegen ich kurz nach einem Semester schon wieder abgehauen bin. Viele haben mir gesagt: 'Ach das wird besser, wenn nicht nach einem Semester, dann eben nach zwei oder drei..' oder ' Im ersten Semester ist es immer gaaanz anders als in den darauf folgenden..', 'Du hast doch gerade erst angefangen.'
Ich habe mir das alles zu Herzen genommen, und kann dennoch mit Sicherheit sagen, es war definitiv das Richtige, aufgehört zu haben.

Ich bin ein Mensch, der seinen Platz finden muss. Und wenn mir das Umfeld nicht passt, dann kann der Rest auch nicht so einfach 'passend' gemacht werden. Anderen ist das vielleicht nicht so wichtig, und andere Faktoren spielen eine wichtigere Rolle in Sachen ' Wohlfühlen'.
Im Nachhinein weiß ich, dass ich mich schon am ersten Tag der Einführungswoche richtig fehl am Platze gefühlt habe. Und nach diesem einen Tag, nach den ersten Begegnungen, schon hätte sagen können, dass das nichts für mich ist

Falls man das so sagen kann, meine ich ein relativ gutes Verhältnis zu meinem Bauchgefühl zu haben... oder so. Wenn ich danach entscheide, dann entscheide ich meistens auch richtig.
Ich finde es gut, wenn man sich auf sich selbst verlassen kann und denke aber auch, dass es in einigen Situationen sicher sinnvoller ist, auf den Verstand zu hören anstatt aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Wenn man sich immer nach seinem Verstand orientiert, kann es bestimmt nicht schaden, sich mal nach dem Gefühl zu richten. Und andersherum sollte man auch mal dem Verstand vertauen. Doch gerade in solchen Situationen, wo man nur alleine in der Lage ist, die richtige Entscheidung zu treffen, ist so ein Bauchgefühl super. Manchmal kann einem eben keiner sagen, was für einen selbst das Richtige ist.

Im Nachhinein bereue ich aber auf gar keinen Fall diese Zeit, denn nun weiß ich, was ich möchte und meine, mich selbst noch besser kennengelernt zu haben.

Jedenfalls beginnt jetzt in einer Woche nun meine Ausbildung. Ich freue mich rieeesig und bin schon so gespannt auf alles! Natürlich hoffe ich, dass es mir gut gefällt und ich diesmal nach dem ersten Tag ein gutes Gefühl im Bauch habe. :)